Herrschaftsverhältnisse im Mittelalter

Auch im Mittelalter herrschten im ganzen Tal ähnliche politische Machtverhältnisse. Das im Reichsurbar von 840 erwähnte Königsgut ging im Laufe der Zeit an den Bischof von Chur über, welcher seine Ansprüche allerdings mit den Freiherren von Belmont in Vella teilen musste. Die kriegerische Auseinandersetzung zwischen der angesehenen und geschätzten Lugnezer Adelsfamilie von Belmont und den Grafen von Werdenberg-Heiligenberg und von Montfort ist ein erster geschichtlich dokumentierter Hinweis auf den Freiheits- und Wehrwillen der Talbewohner. In der Belmontfehde von 1352 spielte das "Frauentor" von Porclas auf Gemeindegebiet von Cumbel, einst eine Sperrmauer am nordöstlichen Taleingang, eine strategisch entscheidende Rolle. Ohne Kriegserklärung fielen die feindlichen Truppen von Norden her in das Bündner Oberland ein. Beim versuchten Einmarsch in die Val Lumnezia wurde eine grössere Einheit auf der Passhöhe bei St. Carli am Fusse des Piz Mundaun von der Ritterschar des Talherrn Belmont und den ihrem Gebieter wohlgesinnten Lugnezer Männern erfolgreich zurückgeschlagen. Ein Umgehungstrupp versuchte den Durchbruch bei der Talsperre in Porclas. Beim Läuten der Sturmglocken eilten die Lugnezer Frauen zum vermeintlichen Gefahrenherd und trieben den Feind mit einer gewaltigen Stein- und Holzlawine im Stile eines zweiten Morgartens in die Flucht. Seitdem wird dieser felsige Durchlass mit dem heute renovierten Talportal "Frauentor" und die Lugnezerinnen "Las Valerusas" (die Tapferen)genannt. So kamen auch die Frauen der Val Lumnezia zu ihrer Heldenlegende. Obwohl skeptische Historiker Ausschau nach Beweisen hielten, kam bis heute nichts Konkretes zum Vorschein. Was soll's, auch männliche Heldenepen sind meist nur Legenden. Das Verlangen, Heldentaten zu erfinden und Monumentales zu schaffen, ist den Menschen von jeher ein echtes Bedürfnis. In diesem Fall hat sich aber der Satz des römischen Dichters Cicero, dass der ungerechteste Friede immer noch besser als der gerechteste Krieg sei, nicht bewahrheitet, denn seitens der wagemutigen Verteidigerinnen waren, soweit mündlich überliefert, keine Tote und Verletzte zu beklagen.

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