Der südländische Einfluss auf Kirche und Kultur

Einen ähnlichen Verlauf nahm auch die Geschichte der Kirche. Bereits vor der Karolinger Zeit um 800 bildeten die Lumnezia und das benachbarte Valsertal das klassische Beispiel eines grossräumigen Pfarrsprengels mit der Talkirche St. Vincentius in Pleif unterhalb des Talhauptortes Vella. Im Mittelalter nahm eine langsame Ablösung der einzelnen Dorfschaften von der Mutterkirche ihren Anfang. In Cumbel geschah dies am 28. März 1653. Von nun an haben vor allem die Kapuziner der Rhätischen Mission bis ins 20. Jahrhundert Kirchen- und Kulturgeschichte in Cumbel geschrieben. Zusammen mit den römischen Patres, die sich im Auftrag Roms mit Nachdruck für die Wiederherstellung des Katholizismus stark machten, gelangten auch italienische Architekten, Bauleute und Stuckateure in die Bündner Talschaften. Der Bau von prachtvollen Kirchen und Kapellen verhalf der durch die Reformation arg in Bedrängnis geratene katholische Glaubensgemeinschaft erneut zu Ruhm und Ehren. Dieser religiösen Bedrohung verdankt auch Cumbel den barocken Stil der Pfarrkirche St.Stephan. Die Dorfpfarrei wurde von 1649 bis 1924 jahrhundertelang von römischen Gesandten des Vatikans betreut. Der ursprünglich spätgotische Bau aus dem frühen 16. Jahrhundert wurde Ende des 17. Jahrhunderts unter der Federführung der katholischen Patres teilweise niedergelegt und durch die Anfügung eines weiteren Chores und einer Sakristei erweitert. Damals entstanden auch die in der Val Lumnezia ungewohnten Sgraffiti mit frühbarocken Architekturmotiven. Die im Kirchenschiff freigelegten Wandmalereien stammen vermutlich vom Davos Wandermaler Hans Ardüser und zeigen unter anderem auch die Schlacht von 1352. Bei der Chorrenovation von 1942 wurden entscheidende stilistische Korrekturen vorgenommen. Die Gesamtrenovation von 1978/79 hat der Pfarrkirche ihren ursprünglichen Charakter barocker Baukunst wiedergegeben.Auch auf literarischem Gebiet nimmt Cumbel eine bedeutende Stellung ein. Insbesondere der Kapuziner Pater Zaccaria da Sâlo verfasste zwischen 1684 und 1705 eine Reihe geistlicher Schriften in rätoromanischer Sprache, die zum Teil von einem Gion Gieri Barbisch mit Hilfe einer mobilen Druckerei im Pfarrhaus gedruckt wurden. Pater Zaccaria da Sâlo zählt zu den Begründern der surselvischen Barockliteratur und der Volksschulen im Bündner Oberland.

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