Spätmittelalter

14. Jahrhundert

Aus dem Rheinwald eingewanderte Walser siedeln sich im Valsertal an, welches bereits im 11./12. Jahrhundert von Romanen bewohnt war. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts besiedeln die Walser zuerst das Peilertal, anschliessend das Valsertal. Sie kommen vom Rheinwald und über den Valserberg. Der Saumweg über den Valserberg war eine wichtige regionale Verbindung zwischen dem Vorder- und dem Hinterrein, zum Beispiel für den Export des Glarner Viehs, als Verlängerung des Panixerpasses. Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der Valserberg die Hauptverbindung um das Valsertal mit Wein und Salz zu versorgen und für den Export von Vieh zu den Märkten von Norditalien. Die Eröffnung der Wegverbindung zwischen Ilanz und Vals (1879) hatte zur Folge, dass der Valserpass an Bedeutung verlor.

1345

In einem päpstlichen Ablassbreif vom 4. Januar 1345 für die Kirche von Pleif werden fast sämtliche Lugnezer Kirchen als zur Grosspfarrei Pleif gehörend genannt. Ausnahmen sind die Kirchen Sta. Maria in Degen/Fraissen und die Pfarrkirche von Vals, welche unabhängige Pfarreien geworden waren und das Recht hatten, einen eigenen Pfarrer zu haben und ihre Pfarrgenossen in einem eigenen Friedhof zu begraben.

circa 1350

Die Vogtei über das Lugnez gehört als bischöfliches Lehen den Freiherren von Belmont.

1352

Fehde zwischen Ulrich von Belmont und dem Grafen von Werdenberg-Sargans. Sieg des Freiherren von Belmont bei Sogn Carli am Piz Mundaun. Der Sage nach sollen die Lugnezerinnen bei Porclas den Kampf entschieden haben. Als Dank soll den Frauen das Recht eingeräumt worden sein, in der Pfarrkirche Pleif auf der rechten Seite Platz zu nehmen.

1371

Tod des letzten männlichen Sprosses der Freiherren von Belmont. Seine Schwester Adelheid von Belmont, welche in erster Ehe mit Heinich von Rhäzüns verheiratet war, erbt sein Gut. Bis 1390 sind die Herren von Lumbrein Inhaber der Vogtei im Lugnez. Der Churer Bischof versucht, das Herrschaftsgebiet der von Belmont wieder als bischöfliches Lehen zu erlangen.

1390

Casper von Sax erbt die Güter der von Belmont im Lugnez wie auch in Flims und in der Gruob. Dieser war mit Elisabeth von Rhäzüns, die Tochter des Heinrich von Rhäzüns und von Adelheid von Belmont verheiratet. Der Churer Bischof will Rechte in der Surselva geltend machen, seine Vorhaben misslingen jedoch. Die Reibereien zwischen den Adligen veranlasst die Lugnezer, sich von allen feudalistischen Rechten zu trennen zu wollen und Freiheit und Unabhängigkeit zu verlangen.

1395

Die Lugnezer verbünden sich als Gleichberechtigte der Freiherren von Sax-Misox mit dem Friedensbund in Ilanz. Dieser Bund ist ein Vorläufer des 1424 gegründeten Grauen Bundes und wird ursprünglich Oberer Bund genannt. Erster Landesrichter wird Johann von Lumbrein. Der Obere Bund hat sich aus dem Zusammenschluss von 21 Kreisen in den Talschaften des Vorder- und Hinterrheins gebildet. Der Abt des Klosters Disentis, Johannes von Ilanz als Hauptinitiant, der Baron Ulrich II von Rhäzüns und der Baron Albert von Sax – Misox, schliessen sich am 14. Februar mit Abgeordneten der Kreise in Ilanz zu einem ewigen Bund zusammen. Da ihre Herrschaftsgebiete vor allem in der Surselva zu finden waren, wurde dieser Bund „Oberer Teil“ genannt. Diesem Bund schliessen sich fünf Tage später der Graf Johann von Werdenberg – Sargans mit den Freien oberhalb des Flimserwaldes an. Mit dem Bund in Ilanz wollte man die Sicherheit auf den Strassen wiederherstellen, den Handel und den freien Verkehr ermöglichen und das Recht des einfachen Bürgers vor Gericht sicherstellen. Die Vereinbarungen zur Sicherstellung des öffentlichen Friedens enthielten strenge Strafbestimmungen für Mordtaten, Tötungsdelikten, Diebstählen und Brandstiftungen. Am 4. April 1399 ist die Herrschaft von Crap s. Bargazi dem Oberen Bund beigetreten, welche dem Grafen von Werdenberg – Heiligenberg unterstellt war mit der ihm unterstellten Bevölkerung von Trins und Trimmis und das Zollstelle von Bonaduz/Reichenau. Dieser Bund, welcher jetzt das ganze Tal des Hinterrheins umfasste, schliesst am 24. Mai 1400 mit dem Glarnerland eine Vereinbarung, um den Glarner Viehhändlern und Kaufleuten die Sicherheit auf den Passstrassen gegen Süden (Panixerpass, Valserpass, Lukmanierpass) gewährleisten zu können.

1424

Am 16. März 1424 wird der Obere Bund in Truns unter dem legendären Ahorn erneuert, vertieft und ergänzt. Er wird von da an als der Graue Bund bezeichnet. Ausser den drei wichtigsten Feudalherren hatten jetzt auch die Gemeinden und die Freien eine stärkere Vertretung. Das Vorderrheintal, Heinzenberg-Thusis, das Schamsertal und das Hinterrheintal sind vollkommen integriert worden. Das romanische Lugnez ist nach 1424 eine einzige Gerichtsgemeinde, und im Grauen Bund mit zwei Stimmen vertreten, Vals als autonome Gemeinde ist mit einer Stimme vertreten.

1457

Abwehrgesetz der Lugnezer Romanen gegen Einwanderer. Dieses Gesetz richtet sich nicht nur gegen die Walser, sondern auch gegen die Blenieser.

1483

Johann Peter von Sax - Misox veräussert seinen Besitz im Lugnez an den Churer Bischof Ortlieb von Brandis.

1499

Lugnezer nehmen an der Calvenschlacht teil.

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